Zumindest für Euro-Dollar verlief die Woche nach der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes der USA gegen zahlreiche Zölle eher langweili mit einer Seitwärtsbewegung rund um die Marke von 1,18 US-Dollar ohne größere Ausschläge. Auf die Angriffe der USA und Israels auf den Iran reagierte dann auch Euro-Dollar mit Abschlägen bis unter 1,16 US-Dollar. Eine weitere Eskalation könnte den Dollar weiter unterstützen, auch wenn die USA direkt beteiligt sind.
Kursverlauf und -erwartungen
Auf Sicht von drei Monaten gehen wir von einer Seitwärtsbewegung um 1,18 US-Dollar aus, wobei negative Meldungen zur US-Wirtschaft den Dollar eher belasten dürften, als dass er von positiven Meldungen profitieren könnte. Vor allem eine stärker expandierende EWU-Wirtschaft, eine an Tempo ein-büßende US-Konjunktur sowie die sich zu Gunsten des Euroraums einengende Leitzinsdifferenz sprechen im Laufe des zweiten Halbjahres 2026 für eine Aufwertung des Euros auf rund 1,22 US-Dollar.
In Japan bahnt sich ein Konflikt zwischen Notenbank und Regierung über den künftigen geldpolitischen Kurs an. Während die Bank von Japan Signale für die nächste Leitzinserhöhung sendet, äußert Premier Takaichi immer unverblümter ihre Bedenken bezüglich einer strafferen Liquiditätsversorgung. Über viele Jahre war es üblich, Japans Geld- und Fiskalpolitik als siamesische Zwillinge zu betrachten.
Kursverlauf und -erwartungen
Der als sicherer Hafen wahrgenommene und global zur Stärke neigende Dollar hat auch Spuren beim Währungspaar Dollar-Yen hinterlassen. Der Yen könnte mittelfristig von der Aussicht auf weitere Zinserhöhungen der Bank of Japan moderat profitieren, zumal die Fed ihren Leitzins noch weiter senkt und die EZB ihren Einlagezinssatz im Jahr 2026 bestätigen dürfte.
Die britische Haushaltsaufsicht erwartet, dass die Inflation im Jahr 2026 im Durchschnitt auf 2,3% nachgibt; deutlicher als noch im November prognostiziert. Die schwächere Wirtschaftstätigkeit sowie niedrigere Lebensmittel- und Energiepreise mindern den Kostendruck. Während die Inflation voraussichtlich stärker zurückgeht, hat sich die Wachstumsperspektive eingetrübt. Im Jahr 2025 dürfte die britische Wirtschaft um 1,4% wachsen, bevor sie sich im Jahr 2026 auf 1,1% verlangsamt, 0,3 Prozentpunkte weniger als im November vorausgesagt.
Kursverlauf und -erwartungen
Nachdem der Euro gegenüber dem britischen Pfund Ende Februar zeitweise bis auf rund 0,88 Pfund gestiegen war, pendelt er seitdem um die Marke von 0,87 Pfund. Ein sich zu Gunsten des Euros ausweitendes Leitzinsdifferenzial sollte den Euro mittelfristig aufwerten lassen.
Die Eskalation im Nahen Osten hat den Franken zu Beginn dieser Woche zunächst weiter aufwerten lassen und dieser wurde seinem Ruf als sicherem Hafen gerecht. Euro-Franken fiel auf rund 0,9020 Franken, ehe sich Vertreter der SNB zur Wechselkursentwicklung äußerten und ihre (verbale) Interventionsbereitschaft betonten. Die anhaltende Franken-Aufwertung führt über den preisdämpfenden Effekt auf die Importpreise zu einem Deflationsrisiko.
Kursverlauf und -erwartungen
Der Franken profitiert immer wieder als globaler Safe Haven; dem daraus resultierenden Aufwertungsdruck kann die Schweizerische Nationalbank kaum etwas entgegensetzen. Auch der hohe Leistungsbilanzüberschuss der Schweiz führt zu strukturellem Aufwertungsdruck.
Der Devisenmarkt will offenbar die Schmerzgrenze der Schweizer Währungshüter austesten. Um der anhaltenden Franken-Stärke zu begegnen, könnte die SNB auf ihrer Sitzung am 19. März den Leitzins ins negative Terrain absenken. Aufgrund anhaltender Inflationsdivergenzen sinkt der faire Euro-Franken-Kurs laut Kaufkraftparität, er liegt bei nur 0,94 Franken.