Supreme Court in den USA hat die reziproken Zölle für nichtig erklärt
Vor der Eskalation im Nahen Osten hat der US Supreme Court für Schlagzeilen gesorgt. Der Oberste Gerichtshof in den USA hat die von Präsident Trump auf Grundlage des Notstandsgesetzes (International Emergency Economic Powers Act, IEEPA) von 1977 verhängten Zölle für unrechtmäßig erklärt. Das Urteil betrifft die sogenannten „reziproken“ Zölle sowie die Abgaben, die im Zusammenhang mit dem Fentanyl-Schmuggel gegen China, Kanada und Mexiko verhängt wurden. Dies führt zu einer direkten Entlastung für Importeure und exportorientierte Nationen wie Deutschland und die EU, die von diesen spezifischen Zöllen betroffen waren. Die Aufhebung dieser Zölle wird die Importkosten für US-Unternehmen senken und dürfte einen leicht dämpfenden Effekt auf die US-Inflation haben. Die größte Unsicherheit stellt nun die Frage nach Rückerstattungen dar. Unternehmen, die diese Zölle bereits gezahlt haben, könnten nun Ansprüche in Milliardenhöhe geltend machen. Schätzungen zufolge könnten sich die Rückforderungen auf bis zu 150 Mrd. US-Dollar belaufen, was eine erhebliche Belastung für den US-Haushalt wäre.
Trump nutzt weitere Rechtsgrundlagen und legt mit Zollankündigungen nach
Das Urteil hebt die Zölle nur teilweise auf. Wichtige branchenspezifische Zölle, etwa auf Stahl, Aluminium und Autos, sind von dieser Entscheidung nicht betroffen. Zudem hat Trump bereits nachgelegt: Er hat per Dekret einen neuen Basiszoll von 15% auf alle US-Importe angesetzt, der noch ab dieser Woche gelten soll. Diese „Section 122“-Zölle kann der Präsident für maximal 150 Tage ohne Zustimmung des Kongresses verhängen. Dies zeigt, dass der grundsätzliche Handelskonflikt und auch die Auseinandersetzung darüber innerhalb der USA weitergehen wird. Das Urteil des Supreme Court könnte zwar ein wichtiger juristischer und wirtschaftlicher Meilenstein sein, der die Befugnisse des Präsidenten im Rahmen des IEEPA einschränkt. Das Urteil bringt aufgrund der unmittelbaren Reaktion Trumps aber leider keine echte Entlastungfür den Welthandel. Der protektionistische Kurs der US-Regierung bleibt bestehen, weshalb die globale wirtschaftliche Unsicherheit vorerst anhalten wird.
| Positive Einflussfaktoren | Negative Einflussfaktoren |
|---|---|
| Bilaterale (Freihandels-)Abkommen | Erratische US-Zollpolitik/Protektionismus |
| Effizienzgewinne dank KI / Investitionen in KI | Strukturelle Standortnachteile (hohe Energiepreise) |
| Expansive Fiskalpolitik in einigen Ländern | Steigende Staatsverschuldung (China/USA) |
| Politische Reformen werden hierzulande angegangen | Geopolitische Krisen/Kriege |