US-Dollar: Fed-Sitzung wird vom Markt hawkish aufgenommen
Die US-Notenbank hat am 17. Juni ihren Leitzins bestätigt. Aus den von der Fed veröffentlichten Projektionen geht hervor, dass neun von 19 Notenbankern, von denen nicht alle stimmberechtigt sind – bis zum Jahresende mindestens eine Zinserhöhung für angebracht halten. Im März hatte noch niemand damit gerechnet. Weitere acht gingen davon aus, dass die Fed die Zinsen bis ins kommende Jahr unverändert lassen könnte. Nur ein Notenbanker rechnete noch mit einer Zinssenkung in diesem Jahr, nach zwölf im März. Die Fed gibt das Instrument des „Forward Guidance“ auf. Der US-Dollar hat im Anschluss zum Euro aufgewertet.
Pro US-Dollar:
- Geopolitische Eskalation im Nahen Osten
- US-Wirtschaft zeigt sich bislang noch recht robust
- EWU-Konjunktur könnte durch Iran-Krieg belastet werden
Contra US-Dollar:
- Geopolitische Entspannung
- Fed senkt mittelfristig den Leitzins, EZB erhöht
- Steigende US-Staatsverschuldung
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Dollar
Im Zuge einer nachhaltigen Entspannung am Rohölmarkt rechnen wir mit höheren Euro-Dollar-Notierungen. Dafür sprechen eine zunehmende EWU-Wachstumsdynamik, die wachsende geldpolitische Divergenz zwischen EZB und Fed sowie ein perspektivisch nicht so robustes US-Wachstum.
Angesichts der höheren Energiepreise und eines Inflationsdrucks, der den Verbraucherpreisanstieg voraussichtlich bis weit ins Jahr 2027 hinein über das 2%-Ziel der Bank of Japan (BoJ) treiben wird, ist die am 16. Juni beschlossene moderate Zinserhöhung der BoJ auf 1,00% keine Überraschung. Zugleich kündigte die Notenbank eine weitere Zinsanhebung an. Bis Ende 2027 ist ein nächster Zinsschritt nahezu eingepreist.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Yen
Angesichts der Yen-Schwäche mit Kursen von 160 Dollar je Yen und den damit einhergehenden Risiken für die importierte Inflation dürften die japanischen Offiziellen weiterhin zu Devisenmarktinterventionen neigen. Mittelfristig dürfte dem Yen in die Karten spielen, dass die Fed im Jahr 2027 ihren Leitzins moderat senkt und die Bank of Japan ihren Schlüsselzins weiter anhebt. Euro-Yen dürfte sich volatil um die Marke von 180 Yen zeigen.
Da sich der Preisniveauauftrieb in Großbritannien im Mai mit einer Rate von 2,8% (J/J) nicht weiter verstärkt hat, hat die Bank of England auf ihrer Sitzung am 18. Juni ihren Leitzins bei 3,75% bestätigt. Ein Grund dürfte darin gelegen haben, dass die Geldpolitik bedingt durch den
Renditeanstieg am Anleihemarkt bereits restriktiv wirkt. Am 18. Juni findet zudem die Nachwahl in Makerfield statt. Sollte der Labour-Kandidat Andy Burnham gewinnen, wäre er einen Schritt näher dran, Keir Starmer um den Vorsitz der Labour-Partei herauszufordern und somit die Chance zu erhalten, Premierminister zu werden.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Pfund
Da Starmer in der letzten Woche den Rücktritt eines weiteren Kabinettsministers hinnehmen musste, ist seine politische Glaubwürdigkeit dahin. Die politische Unsicherheit wird nicht so schnell verschwinden. Das Pfund könnte eine volatilere Phase als bisher in diesem Monat erleben.
Unter anderem aufgrund von Bedenken hinsichtlich steigender Wohnkosten und überfüllter Schulen hatte die rechtsgerichtete Schweizerische Volkspartei (SVP) ein Referendum initiiert, um über Maßnahmen zur Begrenzung der Schweizer Bevölkerung auf zehn Millionen Menschen zu entscheiden. Wäre das Referendum erfolgreich gewesen, hätte die Regierung Maßnahmen ergreifen müssen, sobald die Bevölkerung 9,5 Millionen erreicht hätte – auch wenn der Prozess nicht sofort in Kraft getreten wäre. Heute beträgt die Einwohnerzahl etwa 9,1 Millionen, davon sind etwa 28% Ausländer, überwiegend EU-Bürger. Das Referendum hätte im Widerspruch zu einigen Abkommen der Schweiz mit der EU gestanden und damit die günstigen Wirtschafts- und Handelsvereinbarungen gefährdet. Dies hätte negative Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit
gehabt. Letztendlich wurde das Referendum mit 55% zu 45% abgelehnt.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Franken
Die erwartete EZB-Zinserhöhung und die Deeskalation im Nahen Osten haben den Euro gegenüber dem Franken in den letzten Wochen tendenziell gestützt. Sollte ein dauerhafter Frieden im Nahen Osten ausgehandelt werden, dürfte der Franken spürbar zum Euro nachgeben.