Krise am Persischen Golf hält vorerst weiter an
Seit rund einem halben Jahr dauert die Iran-Krise an
Der Beginn des Iran-Kriegs liegt inzwischen beinahe ein halbes Jahr zurück und auch wenn die Kampfhandlungen mittlerweile nur noch phasenweise aufflammen, bleiben die Spannungen in der Region extrem hoch. Der Konflikt steckt in einem Patt. Durch die Straße von Hormus wird weiterhin kaum Öl transportiert.
Ein Großteil der Angebotslücke wurde kompensiert
Laut Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) konnte in den vergangenen Monaten jedoch ein Großteil der fast 20 Millionen Barrel großen Angebotslücke pro Tag kompensiert werden: dank einer höheren Produktion der Ölförderländer außerhalb des Golfs, dank Kürzungen der Ölimporte insbesondere von China und Rückgriff auf die chinesischen Lagerbestände und dank alternativer Transportwege aus der Golfregion, unter anderem über das Rote Meer. Deshalb ist der Ölpreis nicht noch viel höher gestiegen.
Wir erwarten weiterhin eine mittelfristige Deeskalation
Wir unterstellen im hier dargestellten Hauptszenario unverändert, dass eine allmähliche Entschärfung der Nahost-Krise in absehbarer Zeit gelingt. Innenpolitischer Druck in den USA und wirtschaftliche Zwänge im Iran sollten dazu beitragen, Kompromisse einzugehen. Allerdings ist nach den Rückschlägen der letzten Wochen nicht mit einem schnellen Ergebnis zu rechnen. Die Verhandlungen sind völlig festgefahren. Damit dürften erhöhte Energiepreise und Spannungen in den Lieferketten die Weltwirtschaft vorerst noch belasten.
Risiken für einen ausweitenden Konflikt haben zuletzt zugenommen
Jedoch sind die Risiken für einen anhaltenden und ausgedehnten Konflikt zuletzt weiter gestiegen. Die Huthi-Milizen behindern wieder die südliche Ausfahrt aus dem Roten Meer und gefährden eine der wichtigsten Ausweichrouten. Gleichzeitig wird China seine Ölvorräte nicht auf Dauer abschmelzen können. Dadurch könnte die globale Versorgungslage in Gefahr geraten.
| Positive Einflussfaktoren | Negative Einflussfaktoren |
|---|---|
| Bilaterale Handelsabkommen | Protektionismus/US-Importzölle |
| Expansive Fiskalpolitik in einigen Ländern | Ölpreisbedingt steigende Inflation |
| Investitionen in KI-Anwendungen | Steigende Renditen/höhere Staatsverschuldung |
| Strukturreformen werden angegangen | Geopolitische Krisen/Lieferkettenengpässe |