Entspannung am Rohölmarkt dank Deeskalation im Iran-Konflikt
Abkommen zwischen dem Iran und den USA soll Wiederöffnung der Straße von Hormus ermöglichen
Die in den vergangenen Wochen den Rohölmarkt dominierenden Friedensfantasien sind tatsächlich Realität geworden: Die Präsidenten Trump und Pezeshkian unterzeichneten eine vorläufige Absichtserklärung zur Beendigung der Feindseligkeiten am Persischen Golf; die offizielle Unterzeichnung ist weiterhin für Freitag, den 19. Juni, vorgesehen. Die Absichtserklärung ermöglicht für einen Zeitraum von 60 Tagen, beginnend mit dem 18. Juni, die gebührenfreie Durchfahrt durch die Straße von Hormus, währenddessen Verhandlungen über ein langfristiges Abkommen stattfinden sollen. Allerdings sollen schwierige Fragen – unter anderem über die Zukunft des iranischen Atomprogramms – erst nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens in Angriff genommen werden.
Trotz Einigung könnte es mehrere Monate dauern bis sich der Handel normalisiert
Trotz der politischen Einigung bleibt die Unsicherheit hoch. Reedereien, Händler und Versicherer werden auf die Umsetzung des Abkommens warten, bevor sie den regulären Betrieb wieder aufnehmen. Die Normalisierung des Handels könnte mehrere Monate dauern. Sicherheitsfragen, mögliche Minen in der Wasserstraße sowie hohe Versicherungsprämien stellen noch große Hürden dar. Aktuell überwiegt dennoch die Entspannung auf der Angebotsseite. Bereits vor der Einigung gelangten wieder größere Ölmengen aus dem Persischen Golf auf den Markt.
Es bestehen zunächst Aufwärtsrisiken für den Brent-Rohölpreis
Sollte die Umsetzung ins Stocken geraten oder weitere Verhandlungen scheitern, würde ein Teil der zuletzt abgebauten Risikoprämie rasch wieder zurückkehren. Dann sollte sich der Rohölpreis rasch wieder an der Marke von 90 US-Dollar orientieren. Mittelfristig dürften sich diverse Produktionsausweitungen in anderen Regionen sowie die Wiederherstellung der beschädigten Produktions- und Raffinerieanlagen preisdämpfend auswirken.
| Positive Einflussfaktoren | Negative Einflussfaktoren |
|---|---|
| Bilaterale Handelsabkommen | Protektionismus/US-Importzölle |
| Expansive Fiskalpolitik in einigen Ländern | Ölpreisbedingt steigende Inflation |
| Investitionen in KI-Anwendungen | Steigende Renditen/höhere Staatsverschuldung |
| Strukturreformen werden angegangen | Geopolitische Krisen/Lieferkettenengpässe |