Rentenmärkte

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Energiepreise und Rentenmarkt

Das US-Finanzministerium hat angekündigt, dass das Volumen an Anleiherückkäufen vom 9. September an mindestens verdoppelt werden soll. Damit soll einem weiteren Renditeanstieg der US-Staatsanleihen entgegengewirkt werden. Die zunächst noch anhaltende Unsicherheit über den Fortgang der Lage im Nahen Osten dürfte das lange Ende auf Sicht von drei Monaten weiter um  die Marke von 4,60% pendeln lassen.


Auf Sicht von sechs und zwölf Monaten erwarten wir am langen Ende moderat niedrigere Renditen, was auf zwei wesentliche Faktoren zurückzuführen ist. Einerseits dürfte eine diplomatische Lösung in Nahost die Energiepreise drücken und die Inflation spürbar dämpfen. Andererseits rechnen wir im kommenden Jahr mit einer nachlassenden US-Konjunkturdynamik: Der KI-Boom dürfte an Schwung einbüßen, während gleichzeitig die fiskalischen Impulse der Steuersenkungen aus der „One Big Beautiful Bill“ auslaufen. Unter dem Eindruck dieser wirtschaftlichen Abkühlung dürfte sich die Rendite zehnjähriger Treasuries auf Jahressicht bei rund 4,40% einpendeln.

Ein Linien-Diagramm mit dem Titel „10-jährige US-Staatsanleihenrendite“ (Jahresachse 2021–2027, Y-Achse von -8% bis 6%). Gezeigt werden: die Nominalrendite 10-j. US-Treasuries (orange Linie, steigend von rund 1–2% 2021 auf etwa 4–5% in den Folgejahren), eine DZ BANK Prognose (orange gepunktet für die Jahre bis 2027) und die reale Rendite (graue Linie, stark negativ 2021, dann ansteigend gegen etwa 0–2%). Quellenangabe: FactSet, DZ BANK AG.

In den zurückliegenden vier Wochen war mit Blick auf die Entwicklung der zehnjährigen Bund-Rendite eine seitwärtsorientierte Tendenz in einer von etwa 3,08% bis rund 3,20% reichenden Spanne vorherrschend, ehe die Bund-Rendite diese Range überwand. Das Sentiment am Rentenmarkt bleibt weiterhin geprägt von der verzwickten Lage im Nahen Osten. Es ist zu befürchten, dass die Unsicherheit über eine Lösung des Konflikts zunächst noch anhält. Über kurz oder lang wächst für beide Konfliktparteien allerdings der Druck, sich auf eine Kompromisslösung einzulassen. Der zunächst noch unsicheren geopolitischen Lage Rechnung tragend, bleibt die Bund-Rendite zunächst noch bei rund 3,10% gut unterstützt.


Unsere Prognose auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten sieht weiterhin Raum für moderat niedrigere zehnjährige Bund-Renditen.
Dahinter steht ein Tauziehen am langen Ende: Entlastungen von der Energieseite dämpfen die Inflation und sprechen für ein niedrigeres Zinsniveau. Gleichzeitig fungieren die sinkenden Energiepreise – flankiert von den fiskalischen Paketen der Bundesregierung – als Konjunkturstimulus. Diese wirtschaftliche Belebung dämpft wiederum den Abwärtsspielraum der Renditen am langen Ende.

 

Zur Finanzierung der Fiskalmaßnahmen nimmt der Bund verstärkt den Kapitalmarkt in Anspruch. Inwieweit die zunehmende Verschuldung dabei hilft, einen selbsttragenden Aufschwung zu erreichen, muss sich erst noch  erweisen. In diesem Zusammenhang stößt der Verschuldungskurs der Bundesregierung bei Anleiheinvestoren nicht auf Begeisterung. Wir sehen die anhaltende Zurückhaltung der Investoren als einen Aspekt, der perspektivisch das Rückgangspotenzial der zehnjährigen Bund-Renditen begrenzen dürfte.

 

Fazit und Anlagemöglichkeiten:


Die Geo- und Geldpolitik prägt derzeit den Euro-Rentenmarkt. Unter-Chance-Risiko-Gesichtspunkten könnten weiterhin kürzere bis mittlere Laufzeiten in einem breit diversifizierten Staatsanleiheportfolio übergewichtet werden.

 

Ein Liniendiagramm, das die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen von US-Treasuries (orange) und des deutschen Bundes (blau) über die Zeit von 2021 bis 2027 zeigt. Auf der y‑Achse sind Renditen in Prozent (von -1% bis 6%), auf der x‑Achse die Jahre 2021–2027. Zusätzlich sind punktierte Vorhersagen (DZ BANK Prognose) für beide Reihen bis 2027 eingezeichnet. Quellenangabe: FactSet, DZ BANK AG.

Zinsprognose, Rendite- und Zinsentwicklung

Zinsprognose vom 13. August 2026 13.08.2026 +3 Monate +6 Monate +12 Monate 31.12.2026
Refi Satz 2,40 2,65 2,65 2,40 2,65
EZB-Einlagenzins 2,25 2,50 2,50 2,25 2,50
3-Monats-Euribor 2,49 2,55 2,55 2,25 2,55
10 Jahre 3,27 3,10 3,00 2,90 3,00
Vereinigte Staaten
Fed-Funds-Target 3,50-3,75 3,50-3,75 3,50-3,75 3,25-3,50 3,50-3,75
10 J. Treasuries 4,64 4,60 4,50 4,40 4,50
Quellen: FactSet, DZ BANK
Ein Liniendiagramm mit dem Titel „Rendite und Zinsentwicklung Euroraum“ (Quelle: DZ BANK/FactSet). Auf der horizontalen Achse Zeit von 2021 bis 2027, auf der vertikalen Achse Renditen in Prozent (-2% bis 5%). Gezeigt werden drei Kurven: Rendite 2 Jahre Bund (orange), Rendite 10 Jahre Bund (blau) und EZB-Hauptrefinanzierungssatz (rot/orange Treppenlinie). Darstellung zeigt einen Anstieg der Renditen und des EZB-Satzes ab 2021/2022 auf Höchstwerte 2023–2024, danach eine leichte Abflachung bzw. seit 2024/2025 stabilere, aber erhöhte Niveaus um ~2–3%. Für 2026–2027 sind punktierte Prognosewerte der DZ BANK eingezeichnet. Das Bild ist ein Liniendiagramm mit dem Titel „Renditestruktur Bundesanleihen und Prognose“. Auf der x‑Achse sind Laufzeiten in Jahren von 1 bis 10 dargestellt, auf der y‑Achse die Renditen in Prozent (etwa 2,20 % bis 3,40 %). Gezeigt werden mehrere Linien: die aktuelle Renditekurve und drei Prognosen für +3 Monate, +6 Monate und +12 Monate. Insgesamt steigt die Rendite mit längerer Laufzeit (steigende Kurven). Die Prognosen liegen gestaffelt um die aktuelle Kurve und zeigen eine tendenzielle Zunahme der Renditen in den kommenden Monaten. Unten ist als Quelle „FactSet, DZ BANK AG“ angegeben.

Hinweis

1.) Wertentwicklungen von Finanzinstrumenten oder Finanzindizes in der Vergangenheit stellen keinen verlässlichen Indikator für künftige Wertentwicklungen dar
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