Nachdem die US-Arbeitsmarktdaten am 5. Juni veröffentlicht wurden und eine wesentlich robustere Verfassung des Arbeitsmarktes als erwartet darlegten, stiegen die Renditen von US-Staatsanleihen, was zu einem Rückgang des Goldpreises von knapp 5% innerhalb von zwei Handelstagen auf zeitweise rund 4.050 US-Dollar führte.
Eine Erholung auf über 4.300 US-Dollar erfolgte, nachdem US-Präsident Trump ein zeitnahes Friedensabkommen mit dem Iran in Aussicht stellte und die Rohölpreise nachgaben. Volatil zeigte sich der Goldpreis dann im Anschluss an die Fed-Sitzung, die erneut Zinserhöhungsspekulationen schürte. Der Preis des gelben Edelmetalls sackte auf unter 4.240 US-Dollar ab, ehe er leicht stieg.
Die strukturellen Treiber der Goldnachfrage sind weiterhin intakt. Der World Gold Council (WGC) hat Anfang Juni gemeldet, dass die Zentralbanken weltweit im April wieder kräftig Gold gekauft haben. Netto wurden rund 17 Tonnen zugekauft – eine deutliche Trendwende nach den ungewöhnlich hohen Nettoverkäufen im März. Der Aprilwert mag auf den ersten Blick überschaubar erscheinen. Im größeren Zusammenhang betrachtet bestätigt er jedoch einen langfristigen Trend. Bereits im ersten Quartal 2026 summierten sich die weltweiten Nettokäufe der Zentralbanken auf rund 244 Tonnen. Damit lag die Nachfrage sogar über dem Niveau des Vorquartals und über dem Fünfjahresdurchschnitt. Da mittelfristig US-Leitzinssenkungserwartungen aufkommen dürften und die Zentralbanknachfrage hoch bleiben sollte, halten wir an unserem Jahresziel von 5.000 US-Dollar je Feinunze fest.
| 17.06.2026 | +3 Monate | +6 Monate | +12 Monate | |
|---|---|---|---|---|
| Goldpreis in USD | 4.342 | 4.600 | 4.700 | 5.000 |
| Goldpreis in Euro | 3.746 | 3.965 | 3.985 | 4.165 |
| Quellen: FactSet, DZ BANK |