Rohstoffmärkte und Digital Assets

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Gold

Der Goldpreis hat seit Anfang August eine ausgeprägte Aufwärtsbewegung vollzogen. Ausgehend von 4.050 US-Dollar je Feinunze stieg er innerhalb von rund zwei Wochen auf rund 4.500 US-Dollar.


Wesentlicher Auslöser für den steilen Anstieg waren dabei drei nacheinander wirkende Impulse, die sich in Form nachlassender US-Leitzinserhöhungserwartungen positiv auf den Goldpreis auswirkten. Erstens fand eine diplomatische Annährung zwischen den USA und dem Iran statt, die die Ölpreise – zumindest vorübergehend – fallen ließ. Zweitens deutete der jüngste US-Arbeitsmarktbericht auf eine deutlich schwächere Lage hin, als im Vorfeld marktseitig unterstellt wurde. Und drittens hat die US-Inflationsrate in der Jahresrate nachgelassen, sodass die Fed über Handlungsspielräume verfügt. Zuletzt stützten die angekündigten höheren US-Anleiherückkäufe den Goldpreis.


Langfristig sollte sich der verbliebene zinsseitige Gegenwind für das gelbe Edelmetall unseres Erachtens weiter zurückbilden. Eine bestehende strukturelle Zentralbanknachfrage nach Gold zur stärkeren Diversifikation der Währungsreserven aufgrund der globalen Blockbildung, die Tendenz zur De-Dollarisierung mehrerer Staaten sowie eine weiterhin erhöhte Nachfrage der Privatanleger nach sicheren Häfen sollten dem Goldpreis in den kommenden zwölf Monaten Auftrieb verleihen. Wir bestätigen daher unsere Goldpreisprog-nosen. Kurzfristig erwarten wir Notierungen um 4.600 US-Dollar, mittelfristig 4.700 US-Dollar und langfristig 5.000 US-Dollar je Feinunze.

Ein Liniendiagramm des Goldpreises in US-Dollar pro Feinunze von 2021 bis 2027. Gezeigt sind: der tatsächliche Goldpreis (orange Linie), die DZ BANK-Prognose (orange gepunktet) und der 200-Tage-Durchschnitt (blaue Linie). Die Skala reicht von ca. 1.500 bis 5.500 USD; das Diagramm zeigt einen starken Anstieg des Goldpreises ab etwa 2023/2024 bis 2026. Quelle: FactSet, DZ BANK.
19.08.2026 +3 Monate +6 Monate +12 Monate
Goldpreis in USD 4.461 4.600 4.700 5.000
Goldpreis in Euro 3.826 3.965 4.050 4.235
Quellen: FactSet, DZ BANK

Kryptomärkte

Am 19. August setzte der Bitcoin ein Lebenszeichen. Es kam nach der Ankündigung der stärkeren US-Anleiherückkäufe zu einem Bitcoin-Anstieg um über 8% auf knapp 70.000 US-Dollar. Daten von Coinglass zeigen, dass am 19. August mehr als 1,1 Mrd. Dollar an Bitcoin Short-Positionen liquidiert wurden. Ob damit die Sommerlethargie beendet wird, bleibt abzuwarten.

Auch auf regulatorischer Seite herrscht zunächst Stillstand. Der von vielen Marktteilnehmern erwartete CLARITY Act, der für mehr regulatorische Klarheit im US-Kryptomarkt sorgen soll, wurde nicht mehr vor der Sommerpause verabschiedet. Der nächste Anlauf ist nun erst für den 14. September vorgesehen.


Für Aufsehen sorgte zuletzt lediglich World Liberty Financial. Das mit Donald Trump verbundene Kryptounternehmen erhielt von der US-Bankenaufsicht OCC eine vorläufige Genehmigung zur Gründung einer National Trust Bank. Damit schreitet die weitere Integration digitaler Vermögenswerte in den regulierten Finanzsektor voran. Die politisch kontroverse Debatte um mögliche Interessenkonflikte zeigt zugleich, dass Krypto und US-Politik weiterhin eng miteinander verknüpft bleiben.

Ein Liniendiagramm mit dem Titel „Bitcoin vs. US-Dollar“, das den Bitcoin-Preis (orange Linie) von 2021 bis 2026 in US-Dollar zeigt. Zusätzlich ist der 200-Tage-Durchschnitt als blaue Linie eingezeichnet. Die y‑Achse reicht von 0 bis 140.000 (US-Dollar). Darstellung: leichter Rückgang 2021–2022, anschließender Anstieg 2023–2024 mit einem Gipfel um 2024/2025 und danach ein Rückgang bis 2026. Quellenangabe: FactSet.