Der Goldpreis hat seit Anfang August eine ausgeprägte Aufwärtsbewegung vollzogen. Ausgehend von 4.050 US-Dollar je Feinunze stieg er innerhalb von rund zwei Wochen auf rund 4.500 US-Dollar.
Wesentlicher Auslöser für den steilen Anstieg waren dabei drei nacheinander wirkende Impulse, die sich in Form nachlassender US-Leitzinserhöhungserwartungen positiv auf den Goldpreis auswirkten. Erstens fand eine diplomatische Annährung zwischen den USA und dem Iran statt, die die Ölpreise – zumindest vorübergehend – fallen ließ. Zweitens deutete der jüngste US-Arbeitsmarktbericht auf eine deutlich schwächere Lage hin, als im Vorfeld marktseitig unterstellt wurde. Und drittens hat die US-Inflationsrate in der Jahresrate nachgelassen, sodass die Fed über Handlungsspielräume verfügt. Zuletzt stützten die angekündigten höheren US-Anleiherückkäufe den Goldpreis.
Langfristig sollte sich der verbliebene zinsseitige Gegenwind für das gelbe Edelmetall unseres Erachtens weiter zurückbilden. Eine bestehende strukturelle Zentralbanknachfrage nach Gold zur stärkeren Diversifikation der Währungsreserven aufgrund der globalen Blockbildung, die Tendenz zur De-Dollarisierung mehrerer Staaten sowie eine weiterhin erhöhte Nachfrage der Privatanleger nach sicheren Häfen sollten dem Goldpreis in den kommenden zwölf Monaten Auftrieb verleihen. Wir bestätigen daher unsere Goldpreisprog-nosen. Kurzfristig erwarten wir Notierungen um 4.600 US-Dollar, mittelfristig 4.700 US-Dollar und langfristig 5.000 US-Dollar je Feinunze.
| 19.08.2026 | +3 Monate | +6 Monate | +12 Monate | |
|---|---|---|---|---|
| Goldpreis in USD | 4.461 | 4.600 | 4.700 | 5.000 |
| Goldpreis in Euro | 3.826 | 3.965 | 4.050 | 4.235 |
| Quellen: FactSet, DZ BANK |